Im Fokus - Perspektiven für die Kindermedizin
Schweizer Kinderärztekongress 2025 in Bern: Perspektiven für die Kindermedizin!
Unter dem Leitthema „Perspektiven“ fand am 22. -23.05. 2025 der Kongress von pädiatrie schweiz im Wankdorfstadion in Bern statt. Rund 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – darunter Kinderärztinnen und Kinderärzte sowie Pflegefachpersonen – kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, Wissen auszutauschen und gemeinsame Wege für die Zukunft der Kindermedizin zu gestalten.
Im Zentrum des Kongresses stand die Frage, wie Kinder und Jugendliche in einer zunehmend komplexen Welt bestmöglich begleitet werden können. Denn Perspektiven sind nicht nur ein Leitmotiv in der medizinischen Arbeit, sondern auch eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass Kinder körperlich und psychisch gesund aufwachsen und ihren Platz in der Gesellschaft finden können. Ein wichtiger Schwerpunkt lag auf Kinderrechten und Kinderschutz. Kinderärztinnen und Kinderärzte sind nicht nur medizinische Fachpersonen, sie tragen auch eine besondere Verantwortung– insbesondere für Kinder, die unter psychosozialer Vernachlässigung, Gewalt oder fehlender emotionaler Unterstützung leiden.
Gleichzeitig wurde deutlich: Auch die Pädiatrie selbst braucht neue Perspektiven. Themen wie faire Finanzierung, gesellschaftliche Anerkennung und die nachhaltige Sicherung hochwertiger Versorgung beschäftigen die Fachwelt in der Schweiz weiterhin stark. Gute medizinische Betreuung ist nur möglich, wenn die Rahmenbedingungen stimmen – politisch, institutionell und innerhalb des Gesundheitswesens.
Neben diesen Herausforderungen zeigte der Kongress auch, wie viel Hoffnung in medizinischen Innovationen steckt. Neue Erkenntnisse eröffnen Chancen in der Prävention und Behandlung chronischer Erkrankungen wie Asthma, Allergien oder Adipositas, die oft bereits im Kindesalter entstehen. Auch bei seltenen Krankheiten ermöglichen Fortschritte heute eine frühere Diagnose – und in manchen Fällen sogar eine Heilung oder deutliche Verbesserung.
Der Kinderärztekongress 2025 in Bern machte damit klar: Perspektiven für Kinder und Jugendliche zu schaffen und die Zukunft der Pädiatrie aktiv zu gestalten, ist nicht nur ein medizinisches Ziel – sondern ein zentraler Baustein für eine gesunde, zukunftsfähige Gesellschaft.
Alte Herzen, starke Stimmen
Der Rock-Senioren-Chor Heaven Can Wait berührt Bern mit einem Benefizkonzert für die Kindermedizin
Am Mittwochabend, 21. Mai 2025, im Zentrum Paul Klee war schnell klar: Das hier wird kein gewöhnlicher Chorabend. Eine «Vorband» mit dem Berner Liedermacher Oli Kehrli und einem Kinderchor auf der einen Seite und der Rock-Senioren-Band „Heaven Can Wait“ auf der anderen Seite: hier standen Menschen aller Generationen auf der Bühne!
„Heaven Can Wait“ ist ein Ensemble, das man in dieser Form selten erlebt – ein Rockchor, in dem niemand jünger als 70 ist, und dessen älteste Sängerin stolze 97 Jahre zählt. Dass dies zugleich der erste Auftritt des Hamburger Kult-Chors in der Schweiz war, verlieh dem Abend zusätzlich eine besondere Spannung.
Schon nach wenigen Minuten war die Atmosphäre im Saal elektrisiert. Wo man vielleicht eine charmante Nostalgie-Show erwartet hätte, lieferte der Chor das Gegenteil: pure Gegenwart. Mit einer wilden und emotional aufgeladenen Mischung aus deutschsprachigen Pop- und Rockhits – von Udo Lindenberg bis Sarah Connor, von Fettes Brot bis zu den Fantastischen Vier – wurde das Publikum nicht nur unterhalten, sondern regelrecht mitgerissen. Der Gründer und künstlerische Leiter Jan Christof Scheibe führte mit spürbarer Leidenschaft durch das Programm.
Zwischen den Songs war immer wieder etwas zu spüren, das über Musik hinausging. Die Sängerinnen und Sänger, viele von ihnen geprägt von Kindheitserinnerungen an Krieg, Hunger, Flucht und Entbehrung, standen nicht als „Seniorenchor“ auf der Bühne, sondern als Menschen, die sich ihr Jetzt zurückerobert haben. In ihren Gesichtern, Bewegungen und Stimmen lag eine Mischung aus Stolz, Humor, Verletzlichkeit und unbändiger Freude. Manche wirkten, als hätten sie Jahrzehnte lang ihre eigenen Träume hintenangestellt – und holten nun alles nach.
Das Publikum reagierte entsprechend: aufmerksam, bewegt, oft lachend, manchmal still, am Ende begeistert. Besonders eindrücklich war dabei, wie mühelos die Musik Generationen verband. Die Songs waren modern, die Energie zeitlos – und die Botschaft eindeutig: Das Leben passiert nicht irgendwann. Es passiert jetzt.
Dass dieses Konzert zugleich ein Benefizanlass für die StiftungKinderInsel und die Stiftung für Berner Krebskranke Kinder war, gab dem Abend eine zweite, tiefere Ebene. Das wichtigste Ziel dabei war es, die Stiftungen in Bern und über Bern hinaus bekannt zu machen und darauf hinzuweisen, wie wichtig deren Arbeit für die Kindermedizin ist. Ein schöner Nebeneffekt: Der gesamte Erlös ging an die Kindermedizin am Standort Bern. Genau hier schloss sich der Kreis: Ein Chor, der zeigt, wie man trotz gesundheitlicher Grenzen und biografischer Schwere Lebensfreude findet, sang für Kinder und Jugendliche, die Tag für Tag mit Herausforderungen konfrontiert sind, die niemand freiwillig tragen würde.
Am Ende blieb das Gefühl, das Heaven Can Wait selbst verspricht: bewegend, kraftgebend, nachdenklich – und auf eine erstaunlich leichte Art zukunftsweisend. Bern hat an diesem Abend nicht einfach einen Chor erlebt. Bern hat erlebt, wie sehr Musik verbinden kann – egal, wie alt man ist. Und wie viel Gutes daraus entstehen kann, wenn diese Kraft geteilt wird.