Medientipp: Richtig reagieren im Notfall

Stürze gehören zur Kindheit wie Glace zum Sommer. Unfälle passieren beim Springen, Klettern, Velofahren – wie Eltern im Notfall richtig reagieren, erklärt Prof. Dr. Steffen Berger, Direktor und Chefarzt der Kinderchirurgie am Inselspital in Bern, in einem Artikel in der Schweizer Illustrierten.

 

Hier die Faustregeln:

1 Je höher, desto heikler

Stolperer und Stürze gehören zur Kindheit wie Glace und Bauklötze. Doch wann ist nach einem Sturz eine Notfallkonsultation angezeigt? «Es gibt eine Faustregel», sagt Steffen Berger. «Fällt das Kind aus doppelter Körperhöhe, sind ernsthafte Verletzungen häufig. Wenn es bewusstlos war oder auffälliges Verhalten zeigt, sollte man unverzüglich medizinische Hilfe suchen.»

2 Rasante Unfälle

Auch auf Geschwindigkeitsunfälle mit Autos, Velos, Skates, Trottis und Ähnlichem sollte eine ärztliche Kontrolle folgen, empfiehlt Berger. «Hier sind auf den ersten Blick nicht zu erfassende innere Verletzungen deutlich häufiger.» Offensichtlich schwer verletzte Kinder sollten selbstverständlich gleich mit der Ambulanz ins Kinderspital gebracht werden.

3 Bei Blutungen beachten …

«Wenn ein Kind nach einem Sturz eine kleine, leicht blutende Wunde hat, versuchen Sie, die Blutung durch Druck mit einem sauberen Tuch zu stoppen und die Stelle zu säubern. Gelingt dies nach einigen Minuten nicht, begeben Sie sich in ärztliche Behandlung», sagt Berger. Grössere offene Hautverletzungen oder stark schmerzende Schwellungen sollten man ebenfalls abklären lassen. «Wenn es sich um eine leichte Verletzung mit Schürfwunde handelt, reicht es, die Stelle zu reinigen, zu desinfizieren und eventuell durch ein Pflaster oder einen Verband zu schützen.»

4 Achtsam bleiben

Es kann sein, dass es einem Kind nach einem Unfall gut geht, sich sein Zustand jedoch Stunden später verändert. Dies könnte auf eine Gehirnerschütterung oder eine innere Verletzung hinweisen. «Wenn ein Kind über Übelkeit, Bauchschmerzen oder andere starke Schmerzen klagt, benommen oder schläfrig ist und sich nur eingeschränkt bewegen möchte, sollte es rasch ärztlich abgeklärt werden.»

5 Prävention in fünf Schritten

Jährlich verletzen sich in der Schweiz rund 30 000 Kinder bei Stürzen. Viele davon liessen sich durch einfache Massnahmen vermeiden. Tipps, wie Eltern das Zuhause und den Garten kindersicher gestalten können, gibts bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung. bfu.ch/de/ in-der-kindheit

 

Zum Artikel in der Schweizer Illustrierten

 

Prof. Dr. Steffen Berger, Direktor und Chefarzt der Kinderchirurgie am Inselspital Bern

Unfälle passieren schnell - auf was müssen Eltern achten?

Den ganzen Artikel finden sie unter: https://www.schweizer-illustrierte.ch/family/alltag/nach-diesen-unfallen-muss-euer-kind-zum-arzt-253305