Onko-genetische Sprechstunde
Wir bieten eine spezialisierte Sprechstunde für Kinder, Jugendliche und deren Familien mit einer Veranlagung zu Krebs in der Kinderklinik des Inselspitals an. Unter der Leitung von PD Dr. Nicolas Waespe, MD PhD, und in enger Zusammenarbeit mit der Humangenetik (Prof. Dr. Christiane Zweier) bieten wir ein umfassendes Angebot zur Abklärung und Betreuung von PatientInnen mit erblichen Ursachen einer Krebserkrankung. Dies schliesst auch Familien ein, die ein hohes Risiko für Krebserkrankungen haben bevor die Kinder und Jugendlichen eine Krebserkrankung haben (Surveillance). Wir besprechen die Betroffenen an einem interdisziplinären onko-genetischen Board, um die Resultate der Abklärungen zu besprechen und geeignete Massnahmen einzuleiten. Wir bieten die onko-genetische Sprechstunde monatlich an und es werden aktuell über 50 PatientInnen mit genetischen Erkrankungen regelmässig betreut. Daneben werden regelmässig weitere PatientInnen auf das Vorhandensein einer genetischen Erkrankung abgeklärt.
Forschungsgruppe pädiatrische Onkogenetik
Die Forschungsgruppe von PD Dr. med. Nicolas Waespe, MD PhD, leitet Projekte zum Thema «erbliche Veranlagung zu Krebs.» Dabei erforschen wir die genetischen Ursachen, die die Entstehung von Krebs beeinflussen. So wissen wir, dass gewisse Menschen aufgrund ihrer genetischen Veranlagung ein sehr hohes Risiko haben, im Laufe ihres Lebens an Krebs zu erkranken. Dies ist oft schon in der Kindheit der Fall, so dass die Früherkennung von Betroffenen wichtig ist. Diese Menschen benötigen nach Bestätigung einer Veranlagung eine angepasste Behandlung und Weiterbetreuung zur Früherkennung weiterer Tumoren (Surveillance). Diverse Forschungsprojekte werden durchgeführt mit dem Ziel, die Erkennung und Betreuung dieser speziellen Patientengruppe zu verbessern:
- Wir haben das Forschungsprojekt QUOCCAS entwickelt, das durch die Schweizer Krebsliga unterstützt wird (KLS-5992-08-2023). Die PatientInnen stehen im Mittelpunkt und geben den ÄrztInnen eine wichtige Hilfestellung bei der Erkennung von Kinderkrebs-Veranlagungen. Zudem bieten wir erstmals in der Schweiz überhaupt allen KinderkrebspatientInnen die Möglichkeit einer genetischen Untersuchung an. Die Rekrutierung startet im März 2026 nach Ethikgenehmigung und Erarbeitung der Abläufe. Wir planen einen Ausbau auf weitere Schweizer Zentren.
- Das Forschungsprojekt SCOPE (Survey on Cancer Predisposition Syndromes Europe) wurde kürzlich im «European Journal of Human Genetics» publiziert (https://doi.org/10.1038/s41431-026-02040-x). Wir konnten darin drei Empfehlungen erarbeiten zur besseren Ausbildung von Spezialisten, standardisierten Abklärung von gentischen Veranlagungen zu Krebs im Kindesalter und patientenorientierten Information.
- Das Projekt FRESCO wird vom Schweiz. Nationalfonds unterstützt (SNSF-238059). Wir führen das Projekt in Zusammenarbeit mit KollegInnen aus Genf und Frankreich durch und verbinden Kinderkrebsdaten aus der Schweiz und Frankreich, um so aussagekräftige Analysen zu Spätfolgen nach Kinderkrebs zu machen. Wir untersuchen in einem ersten Schritt Hörstörungen und die Entstehung von mehreren Tumoren bei Betroffenen, um genetische Risikofaktoren und Veranlagungen zu erforschen. Später werden weitere Komplikationen untersucht werden.
- Wir erarbeiten zusammen mit der Universität Würzburg Richtlinien zur besseren Erkennung von Veranlagungen bei Nierentumoren und Anpassung der Therapie je nach Befund.

