Mein Baby schützen mit RSV-Antikörpern
Zur Vermeidung der RSV-Bronchiolitis während der Wintersaison empfehlen die Kinderklinik des Inselspitals, das Kantonsarztamt Bern und die Vereinigung der Kantonalbernischen Haus- und Kinderärzte (VBHK) seit 2024 die Verabreichung einer Dosis eines langwirksamen monoklonalen Antikörpers (Beyfortus®, Nirsevimab, oder Enflonsia®, Clesrovimab).
Für wen
- Alle Säuglinge in ihrem ersten Winter (Geburt April – März) die noch keine Einzeldosis eines langwirksamen monoklonalen Antikörpers erhalten haben und deren Mutter nicht in der Spätschwangerschaft mit dem RSV-Impfstoff Abrysvo® geimpft worden war.
- Bestimmte Kinder, wenn die Impfung der Mutter mit dem RSV-Impfstoff Abrysvo® voraussichtlich nicht wirksam ist (z.B. Impfung < 2 Wochen vor Geburt, Frühgeburtlichkeit).
- Bestimmte Kinder mit Vorerkrankungen bis zum Alter von zwei Jahren auf besondere Anweisung der Kinderärztin oder des Kinderarztes (Nur Nirsevimab® zugelassen).
Wer sollte die Behandlung nicht erhalten?
- Säuglinge und Kleinkinder mit einer akuten Erkrankung; sie sollen in der Regel warten, bis sie sich davon erholt haben.
- Säuglinge unter 6 Monaten, deren Mutter in der Schwangerschaft mit dem RSV-Impfstoff Abrysvo® geimpft worden war (Ausnahmen siehe oben).
- Säuglinge und Kleinkinder mit einer Vorgeschichte schwerer allergischer Reaktionen auf Beyfortus® oder Enflonsia® oder einen ihrer Bestandteile. Besprechen Sie dies mit Ihrer Kinderärztin.
- Ein Kind, das in der gleichen Wintersaison bereits eine RSV-Infektion hatte.
Wann
- im Oktober/November oder sobald wie möglich danach bei Säuglingen, die zwischen April und September geboren wurden.
- ab der Geburt (idealerweise in der 1. Lebenswoche) bei Babys, die im Winterhalbjahr (Oktober - März) geboren werden.
Wo
- Beyfortus® und Enflonsia® können ab der Geburt auf der Entbindungsstation verabreicht werden.
- Die Injektion kann auch zu einem späteren Zeitpunkt bei der Kinderärztin verabreicht werden.
Wie
Beyfortus® und Enflonsia® werden wie andere Impfstoffe als Spritze in den Muskel verabreicht. Bei älteren Kindern kann die Injektion gleichzeitig mit den Impfungen gegeben werden, die in der frühen Kindheit routinemässig verabreicht werden.
Preis
Die präventive Behandlung mit Beyfortus® oder Enflonsia® wird von der Grundversicherung übernommen, mit Ausnahme des Selbstbehalts von 10%.
Ausserdem: Einfache Präventionsmassnahmen, die Sie ergreifen können
- Beschränken Sie Besuche vor dem Alter von 3 Monaten auf nahestehende Erwachsene, die gesund sind und keine Symptome von Erkältung, Husten oder Fieber aufweisen.
- Waschen Sie sich die Hände oder verwenden Sie eine Händedesinfektionslösung, bevor und nachdem Sie das Baby berühren.
- Bei Erkältungen, Husten oder Fieber selbst einen Mundschutz tragen.
- Vermeiden Sie nach Möglichkeit, dass Geschwister, die Symptome wie Schnupfen, Husten oder Fieber haben, sich dem Kind nähern.
- Familienfeiern und überfüllte öffentliche Orte wie Supermärkte, Restaurants und öffentliche Verkehrsmittel nach Möglichkeit meiden.

